Spache wählen:

Sie befinden sich auf der Seite: Gewerbe / Forstwirtschaft / Geschichte

Geschichte

 

Die frühere Rheinaue bestand aus einer Inselwelt, welche nach jedem Hochwasser ihr Aussehen und ihre Lage veränderte. Nur Teile, die hoch aufgespült wurden und anschließend genügend Zeit hatten, um von Pionierholzarten, wie Sanddorn und Tamariske und später mit Gehölzen besiedelt zu werden, waren fester Bestandteil der Landschaft und wurden von der Bevölkerung unterschiedlich genutzt. Bewaldet waren zuerst die ortsnahen Gebiete, wie Brentsand, Fahrt und Grünle, wie eine Karte von 1838 zeigt.

Später wurden Teile davon wieder ausgestockt und konnten landwirtschaftlich genutzt werden.

1849 fand die erste Forsteinrichtung nach den Maßgaben des badischen Forstgesetzes statt. Es war eine Bestandsaufnahme und eine Planung für die nächsten 10 Jahre, wie sie heute noch existiert.

Mit der Tullaschen Rheinkorrektion ab 1857 wurde der Grundstein für das heutige Aussehen der Rheinaue gelegt.

Bis 1926 wurde der Wald "mittelwaldartig" bewirtschaftet. In der Unterschicht standen Sträucher und dünne Bäume, welche in regelmäßigen Abständen als Brennholz genutzt wurden, die Oberschicht bestand aus einzelnen stärkeren Eichen, Eschen, Ulmen und Pappeln, die später als Starkholz genutzt wurden. Es war der Baustoff für die vielen Fachwerkhäuser im Ort, die leider zum größten Teil durch den 2. Weltkrieg zerstört wurden.

Die rheinnahen bewaldeten Gebiete wurden zur Faschinenherstellung genutzt, damit die Ufer des neuen Rheinverlaufes geschützt werden konnten. Die ortsnahen Waldteile dienten nicht nur zur Holzgewinnung, sondern auch als Waldweide für das Vieh. Die Eichelmast war eine wichtige Grundlage für die Schweinezucht und so wurde die Eiche schon sehr früh gefördert und nachgepflanzt. Für die Stallviehhaltung waren das Mähen von Futtergras, sowie die Laubstreu eine wichtige Grundlage. Das Gebiet um das Schützenhaus und Waldspielplatz war als Fohlenweide ausgewiesen. Alte Erzählungen sprechen davon, dass es in Weisweil schon mehr Pferde wie Einwohner gegeben haben soll.

Mit der Rheinaue waren auch charakteristische Berufe und Handwerke verbunden, wie zum Beispiel. Fischerei oder Korbmacher.

Schaden nahm der Wald durch den Westwallbau, Beschußschäden während des Krieges und dem starker Holzbedarf in den Nachkriegsjahren zum Wiederaufbau des zerstörten Weisweils und dem verstärkten Brennholzbedarf.

Eine der letzten großen Veränderungen im Rheinwald war der Ausbau des Rheinseitenkanales, der mit der Inbetriebnahme des Stauwehres Weisweil im Jahre 1964 seinen Abschluß fand. Trotz des Einbaues von festen Schwellen im Restrhein zur Stützung des Grundwassers veränderten sich viele Standorte in dem sie den Anschluß ans Grundwasser verloren.

Hier sollte mit Hilfe der nach festen Terminen stattfindenden Stauungen
entgegengewirkt werden. Da der entsprechende Erfolg ausblieb, wurden die Stauungen durch ökologische Flutungen abgelöst.

In jüngster Zeit erfolgt eine neuerliche Planung, das "Integrierte Rheinprogramm". Durch die Überflutung der rheinnahen Gebiete soll eine Entlastung für die Gebiete Karlsruhe und Mannheim bei Hochwasser erfolgen. Welche Auswirkungen diese Maßnahme auf den heutigen Auewald in diesem Bereich haben wird ist noch nicht abschätzbar. Das Hochwasser vom Mai 1999 hat jedoch erste Schwierigkeiten aufgezeigt.

 

Terminkalender (Zum Öffnen klicken)

Oktober 2018
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31

Die nächsten Termine (Kurzuberblick)